Jaehyeok Choi, Master-Student in der Kompositionsklasse von Prof. Markus Hechtle, hat den 1. Preis des Toru Takemitsu Composition Award in Tokyo gewonnen.
Juror Jörg Widmann über das prämierte Werk: Jaehyeok Chois „Supernova für Orchester“ ist ein fast schon klassisches Beispiel für eine äußerst nuancierte, sorgfältig ausgearbeitete Orchestrierung und Instrumentierung. Was hier am meisten auffällt, sind die Logik und die Konsistenz der Struktur. Das Stück hält konsequent an einem einzigen Motiv von aphoristischer Prägnanz fest – einer kleinen, ursprünglichen musikalischen Zelle. Es ist gewissermaßen eine Hommage an den reinen Klang und die Struktur selbst.
Jaehyeok Choi wurde 1998 in Cheonan, Südkorea, geboren. Er ist ein Komponist, dessen Musik die inneren Dimensionen der menschlichen Existenz und sozialer Konflikte erforscht. Er studierte Komposition bei Professor Jaemoon Lee an der Chung-Ang-Universität, wo er seinen Bachelor of Music erwarb. Seine Werke rekonstruieren die Wunden und Erinnerungen unserer Zeit durch raffinierte Strukturen und zarte Klanglandschaften und reflektieren dabei grundlegende Fragen des Seins. Seine Musik wurde vom Ensemble Wiro, dem Seogwipo-Blasorchester und dem Busan City Choir aufgeführt. Choi behandelt Themen wie Krieg, Isolation und Solidarität in vielfältigen Besetzungen. Zu seinen bemerkenswerten Werken zählen „New Cold War“, „Irreconcilable“ und „Arirang“.
Über den Wettbewerb
Der Toru-Takemitsu-Kompositionspreis ist ein internationaler Musikwettbewerb für junge Komponisten zeitgenössischer klassischer Musik, der in Tokio, Japan, veranstaltet wird. Der Preis wurde 1997 vom Komponisten Toru Takemitsu, nach dem er benannt ist, ins Leben gerufen.
Jedes Jahr wählt nur ein einziger Juror den Preisträger aus. Für den ersten Dreijahreszyklus wählte Takemitsu selbst die Juroren aus: Henri Dutilleux (1997), György Ligeti (1998) und Luciano Berio (1999). Nach Takemitsus Tod wurden die drei Nachfolger – Louis Andriessen (2000, empfohlen von Berio), Oliver Knussen (2001, empfohlen von Dutilleux) und Joji Yuasa (2002, empfohlen von Ligeti) – von den ursprünglichen Juroren nominiert.
Für den dritten Dreijahreszyklus (2003–2005) wurden George Benjamin (2003), Magnus Lindberg (2004) und John Adams (2005 • abgesagt) auf Empfehlung der Berater des Wettbewerbs (Hiroyuki Iwaki, Oliver Knussen, Kent Nagano, Kazushi Ohno, Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen und Hiroshi Wakasugi) sowie der bisherigen Jurymitglieder nominiert.
Für den vierten Dreijahreszyklus (2007–2009) wählten die Berater und früheren Jurymitglieder Akira Nishimura (2007), Steve Reich (2008) und Helmut Lachenmann (2009) aus.
Tristan Murail (2010), Salvatore Sciarrino (2011) und Toshio Hosokawa (2012) wurden als Jurymitglieder für den neuen Zyklus 2010–2012 berufen.
Die nominierten Werke werden in der Tokyo Opera City Concert Hall aufgeführt.
Bis 2011 waren seit der Gründung des Preises im Jahr 1997 insgesamt fünfzig verschiedene Komponisten nominiert worden. Die Gesamt Höhe der Geldpreise beträgt jährlich 3.000.000 Yen.
Im Jahr 2026 beliefen sich die Geldpreise auf:
1. Preis: 1.000.000 Yen
2. Preis: 800.000 Yen
3. Preis: 700.000 Yen
4. Preis: 500.000 Yen
(Text über den Wettbewerb: Quelle Wikipedia)