BIOGRAFIE
Das Repertoire der in Erfurt geborenen und in Berlin (HfM „Hanns Eisler“) und London (Guildhall School of Music and Drama) ausgebildeten Geigerin Nadja Zwiener reicht vom Barock bis in die Romantik mit seltenen, aber willkommenen Ausflügen in die Neue Musik. Ihr Studium wurde durch die Studienstiftung des deutschen Volkes und den DAAD unterstützt; ihr Geigenspiel wurde von der Presse als „atemberaubend virtuos" oder auch „betörend" beschrieben. Ihr eigener Fokus auf der Bühne richtet sich wiederum auf die direkte Kommunikation - ein Austausch, der sowohl den Interpreten wie auch das Publikum emotional, intellektuell und auf körperlicher Ebene bewegt.
Sie spielte in zahlreichen britischen Alte-Musik-Ensembles, bevor sie ab 2005 auch bei französischen Originalklangensembles als Konzertmeisterin arbeitete, u.a. mit Harry Bicket, Simon Rattle, William Christie, John Eliot Gardiner, Emmanuelle Haïm, rené Jacobs und Trevor Pinnock.
Seit 2007 ist sie Konzertmeisterin bei The English Concert, mit dem sie regelmäßig auch solistisch auftritt und zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen sowie weltweite Tourneen in die großen Konzertsäle wie z.B. Carnegie Hall New York, Concertgebouw Amsterdam, Musikverein Wien sowie in die Elbphilharmonie in Hamburg und zu vielen Festivals unternimmt. Mit Violinkonzerten von Bach, Mozart, Tartini oder Vivaldi war sie in der Wigmore Hall in London, beim Bachfest Leipzig, beim Mozartfest Bath, bei der Bachacademie in Brügge sowie in den USA, Südamerika und Asien zu hören. Als Konzertmeisterin ist sie regelmäßig bei B’Rock zu Gast.
Die Kammermusik in verschiedenen Besetzungen sowie die Arbeit mit Sängern sind ihre beruflichen Leidenschaften, aber auch genreübergreifende Projekte spielen mehr und mehr eine Rolle. Hierbei verbindet sich Alte Musik mit Tanz, Literatur, bildender Kunst, zeitgenössischer Musik oder auch freier Improviation. Eine intensive Zusammenarbeit besteht mit dem Elektronik-Komponisten Johannes Malfatti (Berlin) sowie dem Choreographen Emanuele Soavi (Köln). Ihre regelmäßigen Kammermusikpartner in der Alten Musik sind u.a. Kristian Bezuidenhout, Francesco Corti, Johannes Lang, Maximilian Erhardt, Joseph Crouch und Maurice Steger.
Die Musik Bachs nimmt für die in Leipzig lebende Thüringerin einen besonderen Stellenwert ein. Von 2016 bis 2022 war sie Konzertmeisterin bei der Internationalen Bachakademie Stuttgart und half dort maßgeblich bei der Umstellung vom modernen auf authentisches Instrumentarium und damit beim Aufbau der neu formierten Gaechinger Cantorey.
Sie spielt eine Barockvioline, die von David Tecchler 1723 in Rom gefertigt wurde. 2021 erschien ihre erste Solo-CD Senza Basso- Auf dem Weg zu Bach beim Leipziger Label GENUIN, 2023 folgte eine gemeinsame Aufnahme mit Thomasorganist Johannes Lang, 1723 (Ramée). Gemeinsam gründeten sie das Leipziger Alte-Musik-Ensemble Collegium Musicum ’23, was ab 2025 eine eigene Konzertreihe in Leipzig veranstaltet und regelmäßig auf den Barockinstrumenten der Thomaskirche spielt. Die erste CDVeröffentlichung, The Art of Fugue on Bach’s Original Instruments, wird auf diesen Instrumenten gespielt und erschien im Juni 2025 bei Ramée.
Nadja Zwiener ist Professorin für Historische Violine und Viola an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
Die Karlsruher Meisterklassen sind in der Regel nicht öffentlich. Interessierte Gäste können im Rahmen verfügbarer Plätze dennoch daran teilnehmen (nur passiv), wenn sie sich rechtzeitig vorher per mail anmelden