Edurne Santos Arrastua · Fagott

KARLSRUHER MEISTERKLASSEN 20. - 22. April 2026
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Edurne Santos Arrusta
© Johannes Zinner

Biografie

Edurne Santos Arrastua wurde im Baskenland geboren und absolvierte ihr Musikstudium in Donostia, Stuttgart, Basel sowie Wien. Zu ihren Lehrern gehörte unter anderem Sergio Azzolini. Mit ihrem spanischen Bläserquintett Haizea gewann sie den Montserrat Alhavedra Kammermusikwettbewerb und war zudem Stipendiatin der Oskar und Vera Ritter-Stiftung.

Ihre orchestrale Laufbahn führte sie für drei Jahre zum Bruckner Orchester Linz und für zehn Jahre zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Mit beiden Ensembles gastierte sie bei bedeutenden Festivals und in den renommiertesten Konzertsälen weltweit unter der Leitung namhafter Dirigenten.

Neben ihrer Konzerttätigkeit lehrte sie drei Jahre lang als Assistentin von David Tomàs-Realp an der Hochschule für Musik Musikene in Donostia. Ihr künstlerisches Spektrum reicht von der Neuen Musik, die sie im KlangForum Wien interpretiert, bis hin zur Alten Musik auf historischen Instrumenten, die sie mit Ensembles wie Concerto Köln, Das neue Orchester Köln, der Wiener Akademie, dem Prisma Ensemble und Concentus Musicus Wien pflegt.

Über diese Veranstaltung

Exposee: Frauen und das Fagott in der Neuen Musik

In den letzten Jahrzehnten ist ein entscheidender Wandel in der Wahrnehmung und Präsenz von Frauen in der Musiklandschaft zu beobachten. Frauenstimmen werden nicht mehr nur in politischen, sondern zunehmend auch in künstlerischen Kontexten hörbar. Dennoch war es für Interpretinnen lange Zeit schwierig, professionelle Anerkennung und feste Anstellungen zu erlangen; für Komponistinnen war es oft noch herausfordernder, dass ihre Werke ernsthaft rezipiert und aufgeführt wurden.  Besonders für das Fagott war die Situation in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts komplex. Das Instrument wurde innerhalb der Neuen Musik häufig vernachlässigt, da es fälschlicherweise mit „alten Klangfarben“ assoziiert oder als klanglich limitiert betrachtet wurde. Zahlreiche Komponisten ignorierten es zugunsten modernerer Instrumente. Gerade unter diesen Umständen waren es oftmals Komponistinnen, die – mit einer sensibleren Herangehensweise und einem offenen Klangverständnis – das Fagott neu zu entdecken begannen. Mit Intelligenz, Respekt und künstlerischer Neugier schufen sie bedeutende Werke, die jedoch in der männlich dominierten Musikkultur bislang nicht die ihnen gebührende Anerkennung erfahren haben. Ein herausragendes Beispiel stellt Sofia Gubaidulina dar, deren Kompositionen für Fagott – etwa das Konzert für Fagott und Orchester oder das Duo für zwei Fagotte – zu den bedeutendsten Beiträgen des 20. Jahrhunderts zählen. Dennoch werden ihre Werke im Repertoire weit weniger berücksichtigt als beispielsweise Berios Sequenza XII, das häufig als Referenzwerk gilt, obwohl es – zumindest aus interpretatorischer Perspektive – kompositorisch weniger differenziert erscheint. Da die Neue Musik ein lebendiges, sich ständig entwickelndes Feld darstellt, dessen Werke noch nicht endgültig durch den historischen Kanon bewertet sind, widmet sich dieser Masterkurs der Auseinandersetzung mit Fagottkompositionen von Komponistinnen verschiedener Generationen. Ziel ist es, deren künstlerische Qualität kritisch zu untersuchen, ästhetische Tendenzen zu analysieren und festzustellen, welche dieser Werke eine stärkere Präsenz im Konzertrepertoire verdienen. Diese Untersuchung versteht sich nicht nur als Beitrag zur Gleichstellung in der Musik, sondern auch als Plädoyer für eine Erweiterung des ästhetischen und interpretatorischen Horizonts im Umgang mit dem Fagott innerhalb der Neuen Musik.

Veranstaltungsart: Karlsruher Meisterklassen · Karlsruhe Masterclasses
Mo, 20. April · 10:00
CampusOne · Fany-Solter-Haus R107

Am Schloss Gottesaue 7 · 76131 Karlsruhe

Die Karlsruher Meisterklassen sind in der Regel nicht öffentlich. Interessierte Gäste können im Rahmen verfügbarer Plätze dennoch daran teilnehmen (nur passiv), wenn sie sich rechtzeitig vorher per mail anmelden