Kristian Nyquist

Dozent*in
Cembalo, Hammerklavier, Generalbass und Kammermusik
Fachgruppe: Tasteninstrumente, Gitarre
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Kristian Nyquist

Das „Neue“, welches jedem Werk innewohnt, stets zu erspüren und in jeder Aufführung zum Ausdruck zu bringen sowie das Auflösen von starren Kategorisierungen ist Kristian Nyquists künstlerisches Credo. Für die Gestaltung seiner Konzertprogramme schöpft er aus einem sehr breitgefächerten Repertoire, welches Solo- und Kammermusikwerke sowie Konzertstücke aus dem 16.- 21. Jahrhundert umfasst. Dabei liegen ihm insbesondere Werke des 20. Jhd. wie auch zeitgenössischer Komponisten am Herzen. Dies führt zu vielen Ur- und  Erstaufführungen (u.a.2015  die panamerikanische Erstaufführung von „Tiempo para espacios“ von Cristobal Halffter mit dem Amazonas Kammerorchester im Opernhaus Manaus) sowie zur Zusammenarbeit und zum künstlerischem Austausch mit Persönlichkeiten wie Violeta Dinescu, John Palmer, Peter Heeren, John Patrick Thomas, Claus-Steffen Mahnkopf, Roderik de Man, Michael Beil, Klaus Huber, Hans Werner Henze, Sidney Corbett, Wolfgang Rihm u.v.a.

Sein persönlicher, dabei immer auch auf historisch-wissenschaftlichen Studien basierender Vortrags- und Interpretationsstil ist belegt durch zahlreiche, z.T. als Referenzaufnahmen herausgehobene CD-Einspielungen für die Labels Pavane (C.P.E. Bach Sonaten mit Flöte), Telos, Etoile Productions (J.-H. d’Anglebert Suiten), Le Chant de Linos (J.S. Bach Goldbergvariationen) wie auch durch diverse Rundfunkproduktionen. Zuletzt erschienen bei Musicaphon die Alben „Ursprünge romantischer Klaviermusik“ (Werke von Clementi, Field und Chopin gespielt auf einem Fortepiano) sowie „cembalo avantgarde“ (Live-Ersteinspielungen von Werken von Dinescu, Henze, Yun sowie Kristian Nyquist gewidmeter Stücke von Peter Heeren). Gemeinsam mit Sergio Azzolini und Ingo Goritzki wurde Kristian Nyquist für die Aufnahme der Oboen- und Fagottsonaten von Devienne (Dabringhaus und Grimm) 2013 mit einem ECHO-Klassik Preis ausgezeichnet.

Als Dozent für historische Tasteninstrumente und Kammermusik an der Hochschule für Musik Karlsruhe widmet er sich sehr intensiv dem Unterrichten und gibt sein Wissen und seine Ideen auch bei diversen Interpretationskursen weiter (Internationale Händel-Akademie Karlsruhe, Rio de Janeiro Summer School, Stiftung Villa Musica/Rheinland-Pfalz u.a.). Auch als Juror tritt er bei verschiedenen Wettbewerben (u.a. beim Deutschen Musikwettbewerb in Berlin) in Erscheinung.

In Los Angeles geboren, wuchs Kristian Nyquist in Mannheim auf und kam durch seine Eltern, beide Klavierpädagogen, früh mit Musik in Berührung, erhielt Klavier- und Violinunterricht, später auch Unterricht in Theorie und Komposition. Professionelle Ausbildung genoss er bei Huguette Dreyfus (Paris), die ihn ganz besonders prägte, sowie bei Christine Daxelhofer (Hochschule für Musik Karlsruhe), ergänzend informierte er sich auf Kursen bei Colin Tilney, Bob van Asperen und Gustav Leonhardt.  Stipendien des DAAD und der Académie Internatíonale de Musique Villecroze, Preise und Auszeichnungen bei Wettbewerben u.a. in Paris und Prag zieren daneben seinen künstlerischen Werdegang.